Es ist egal – das Ergebnis ist identisch: 1.000 € × 0,90 × 0,98 = 882 €, in beiden Reihenfolgen. Denn Prozentrechnung ist Multiplikation, und die ist kommutativ. Hier kommen die Definitionen, der rechnerische Beweis – und die eine Ausnahme, in der die Reihenfolge doch zählt.

Zuerst die Definitionen: Rabatt ist nicht Skonto
Die Begriffe werden ständig synonym verwendet – gerade in der kaufmännischen Ausbildung ist die Unterscheidung Prüfungsstoff:
- Rabatt ist ein Preisnachlass auf die Ware selbst – etwa 10 % auf einen Laptop im Angebot.
- Skonto ist ein Nachlass für schnelle Zahlung – etwa 2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen statt 30. Es steht auf der Rechnung unter den Zahlungsbedingungen.
Beide senken den Endpreis, aber aus unterschiedlichem Grund: Rabatt belohnt den Kauf, Skonto belohnt die Zahlungsmoral. Und beide werden prozentual vom jeweiligen Zwischensaldo abgezogen – niemals einfach addiert.
Der Beweis: 1.000 € in beiden Reihenfolgen
Weg A – erst Rabatt, dann Skonto:
1.000 € × 0,90 = 900 € → 900 € × 0,98 = 882 €
Weg B – erst Skonto, dann Rabatt:
1.000 € × 0,98 = 980 € → 980 € × 0,90 = 882 €
Beide Wege ergeben 882 € – also 118 € Ersparnis bzw. 11,8 % Gesamtrabatt. Der Grund ist das Kommutativgesetz der Multiplikation: 0,90 × 0,98 ist dasselbe wie 0,98 × 0,90. Die Frage aus den Foren ist damit beantwortet – und nebenbei ist klar: 10 % + 2 % sind nicht 12 %, denn 1.000 € × 0,88 = 880 €, nicht 882 €.
Wann die Reihenfolge DOCH zählt
Die Kommutativität gilt nur für reine Prozentsätze. Sobald ein absoluter Euro-Betrag ins Spiel kommt – etwa ein 20-€-Gutschein zusätzlich zu 10 % Rabatt auf 1.000 € – ändert die Reihenfolge das Ergebnis:
- Erst Prozent, dann Gutschein: (1.000 € × 0,90) − 20 € = 880 €
- Erst Gutschein, dann Prozent: (1.000 € − 20 €) × 0,90 = 882 €
Als Käufer ist dir die erste Variante lieber – sie spart 2 € mehr. Merksatz: Prozente zuerst, Euro-Beträge danach ist für dich als Käufer günstiger, weil der prozentuale Nachlass dann von der größeren Summe abgezogen wird.
Verwandt: gestaffelte Rabatte
Dieselbe Multiplikations-Logik erklärt, warum 50 % + 20 % Rabatt nicht 70 % ergeben, sondern 60 %: 100 € × 0,5 × 0,8 = 40 € Endpreis. Wie du gestaffelte Rabatte – auch mit Gutschein-Codes – richtig berechnest und vom Endpreis zurück zum Originalpreis kommst, zeigt der Artikel „50 % + 20 % Rabatt sind nicht 70 %“.
Skonto ziehen oder nicht? Die 37-%-Rechnung
Die häufigste Folgefrage aus den Foren: „Lohnt sich 2 % Skonto bei 30 Tagen Zahlungsziel?“ Die Antwort ist ein klares Ja, fast immer – und die Rechnung zeigt, warum. Beispiel: 1.000 € Rechnung, 2 % Skonto bei Zahlung nach 10 statt 30 Tagen.
Du sparst 20 € dafür, dass du 20 Tage früher zahlst. Auf die 980 €, die du tatsächlich überweist, sind 20 € ganze 2,04 % – für nur 20 Tage. Hochgerechnet aufs Jahr: 2,04 % × (365 ÷ 20) = 37,2 % Zinsen pro Jahr. Kein Tagesgeld, kein Sparbuch und kaum eine Geldanlage kommt da heran.
Faustregel für Selbstständige und Azubis in der kaufmännischen Ausbildung: Skonto ziehen ist fast immer die günstigste „Rendite“, die es gibt – vorausgesetzt, das Geld ist verfügbar und kein teurer Kontokorrentkredit nötig, um die frühe Zahlung zu stemmen. Rechne im Zweifel beide Varianten mit dem Rabatt-Rechner durch: einmal mit, einmal ohne Skonto.
Rabatt und Skonto Schritt für Schritt rechnen
Originalpreis, Rabatt und Skonto eingeben – der Rechner zeigt Endpreis und Ersparnis mit Rechenweg.
Kurzfazit: Bei reinen Prozentsätzen ist die Reihenfolge von Rabatt und Skonto völlig egal – aus 1.000 € werden so oder so 882 €. Erst bei Euro-Beträgen wie Gutscheinen zählt die Reihenfolge, dann gilt für Käufer: Prozente zuerst. Und denk dran: 2 % Skonto zu ziehen entspricht rund 37 % Jahreszins – fast immer die beste „Rendite“ des Monats, solange das Geld verfügbar ist.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?
Rabatt ist ein Preisnachlass auf die Ware (z. B. 10 % im Angebot), Skonto ein Nachlass für schnelle Zahlung (z. B. 2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen). Rabatt steht im Angebot, Skonto auf der Rechnung unter den Zahlungsbedingungen.
Erst 10 % Rabatt, dann 2 % Skonto – oder umgekehrt?
Es ist egal: 1.000 € × 0,90 × 0,98 = 882 € in beiden Reihenfolgen (11,8 % Gesamtrabatt). Die Multiplikation ist kommutativ – bei reinen Prozentsätzen spielt die Reihenfolge keine Rolle.
Kann ich 10 % + 2 % einfach zu 12 % addieren?
Nein: 1.000 € × 0,88 = 880 €, nicht 882 €. Prozentuale Nachlässe werden multipliziert (0,90 × 0,98 = 0,882), nicht addiert.
Wann spielt die Reihenfolge doch eine Rolle?
Bei Euro-Beträgen wie Gutscheinen: 10 % Rabatt plus 20-€-Gutschein auf 1.000 € ergeben 880 € (Prozent zuerst) oder 882 € (Gutschein zuerst). Für Käufer ist „Prozente zuerst“ günstiger.
Lohnt sich 2 % Skonto?
Fast immer, wenn das Geld verfügbar ist: 2 % für 20 Tage frühere Zahlung entsprechen rechnerisch etwa 36 % Zinsen aufs Jahr. Kaum eine Geldanlage schlägt das.
Ist Skonto ein Rabatt?
Nein – auch wenn es sich so anfühlt. Skonto ist ein Nachlass für schnelle Zahlung und steht in den Zahlungsbedingungen der Rechnung, Rabatt ist ein Preisnachlass auf die Ware und steht im Angebot.
Wo finde ich das Skonto auf der Rechnung?
Unter den Zahlungsbedingungen, etwa als „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto“. Nur wer innerhalb der Frist zahlt, darf es abziehen.