Mit 200 € monatlich bei 7 % Zinsen werden aus 72.000 € Einzahlung in 30 Jahren 245.417,50 € – über 173.000 € davon sind reiner Zinsgewinn. Dahinter steckt die Sparplan-Formel, eine Erweiterung der Zinseszins-Formel für regelmäßige Einzahlungen. Wie sie funktioniert, warum jede Monatsrate verzinst wird und was unser Rechner dabei annimmt, erklärt dieser Artikel.

Die Sparplan-Formel
Die Formel für das Endkapital mit monatlicher Sparrate lautet:
Endkapital = Rate × (((1 + r/12)^(12×t) − 1) / (r/12)) × (1 + r/12)
- Rate = monatliche Einzahlung (z. B. 200 €)
- r = Jahreszinssatz als Dezimalzahl (7 % = 0,07), geteilt durch 12 für den Monatszins
- t = Laufzeit in Jahren; 12×t ist die Zahl der Monate
- Der Faktor (1 + r/12) am Ende gilt, wenn die Rate jeweils zu Monatsbeginn eingezahlt wird – so rechnet auch unser Zinseszins-Rechner. Bei Einzahlung zum Monatsende entfällt er.
Das 200-€-Beispiel Schritt für Schritt
200 € monatlich, 7 % Zinsen pro Jahr, 30 Jahre Laufzeit (360 Monate, Monatszins 0,5833 %):
- Eingezahlt: 200 € × 360 = 72.000 €
- Endkapital: 245.417,50 €
- Zinsgewinn: 245.417,50 € − 72.000 € = 173.417,50 €
Der Zinseszins wirkt umso stärker, je länger die Laufzeit – der Zinsgewinn explodiert regelrecht:
- Nach 10 Jahren: 34.818,89 € (Zinsgewinn 10.818,89 €)
- Nach 20 Jahren: 104.793,08 € (Zinsgewinn 56.793,08 €)
- Nach 30 Jahren: 245.417,50 € (Zinsgewinn 173.417,50 €)
Zum Vergleich: 5.000 € Startkapital ohne Sparrate werden bei 7 % in 30 Jahren zu 38.061,28 €. Die monatliche Rate ist der eigentliche Motor – und jede einzelne Rate arbeitet ab dem Tag ihrer Einzahlung.
Foren-Fehlinfo: „Monatsraten werden nicht verzinst“
In Foren kursiert die falsche Behauptung, monatliche Einzahlungen würden nicht verzinst. Das ist grundfalsch: Jede Rate wird ab ihrer Einzahlung mitverzinst – frühe Raten am längsten. Die allererste 200-€-Rate wächst in 30 Jahren allein auf 1.623,30 € an (200 € × 1,005833^360).
Genau deshalb lohnt sich der frühe Start so sehr: Nicht die letzte Rate macht den Unterschied, sondern die ersten. Wer unsicher ist, ob er „richtig“ rechnet: Unser Rechner simuliert Monat für Monat transparent – Einzahlung zu Monatsbeginn, dann Verzinsung – und zeigt Einzahlungen, Zinsertrag und Endkapital getrennt an.
Was die Formel nicht abbildet
Ehrlichkeit gehört dazu: Die Formel rechnet mit einem konstanten Nominalzins. Inflation, Steuern und Gebühren sind nicht enthalten – reale Renditen liegen darunter. Sie ersetzt keine Anlageberatung, zeigt aber exakt die Mathematik hinter jedem Sparplan. Wer verschiedene Szenarien vergleichen will (mehr Rate, mehr Zins, mehr Zeit), sieht im Rechner sofort, welcher Hebel am stärksten wirkt.
Der wichtigste Hebel: Zeit schlägt alles
Die Forenfrage „Lohnt sich ein Sparplan auch mit 50 noch?“ lässt sich mit der Formel klar beantworten: Ja – aber jede verlorene Dekade kostet überproportional. Vergleiche 200 € monatlich bei 7 %:
- 15 Jahre (z. B. von 50 bis 65): 36.000 € eingezahlt → 63.762,25 € (Zinsgewinn 27.762,25 €)
- 30 Jahre: 72.000 € eingezahlt → 245.417,50 € (Zinsgewinn 173.417,50 €)
Die zweiten 15 Jahre bringen 181.655,25 € zusätzlich – mehr als das Sechsfache des Zinsgewinns der ersten 15 Jahre. Der Grund: In der zweiten Hälfte arbeitet nicht mehr nur deine Rate, sondern ein bereits großes Kapital für dich.
Das ist auch die Antwort auf „Was bringen schon 50 € im Monat?“: Selbst kleine Raten entwickeln über Jahrzehnte enorme Kraft – 50 € monatlich werden bei 7 % in 30 Jahren zu 61.354,37 €. Der beste Startzeitpunkt war vor zehn Jahren; der zweitbeste ist heute.
Deinen Sparplan durchrechnen
Sparrate, Zins und Laufzeit eingeben – der Rechner zeigt Endkapital, Einzahlungen und Zinsertrag mit Kurve.
Kurzfazit: Die Sparplan-Formel verwandelt kleine Monatsraten über Jahrzehnte in großes Vermögen – 200 € monatlich werden bei 7 % zu 245.417,50 €, davon über 173.000 € reiner Zinsgewinn. Entscheidend sind drei Dinge: früh anfangen, dabeibleiben und jede Rate vom ersten Monat an verzinsen lassen. Die Foren-Behauptung, Monatsraten würden nicht verzinst, ist damit endgültig widerlegt. Den Rest – alle Szenarien und Vergleiche – rechnet der Zinseszins-Rechner für dich durch.
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Zinseszins mit monatlicher Einzahlung?
Endkapital = Rate × (((1 + r/12)^(12×t) − 1) / (r/12)) × (1 + r/12). Dabei ist r der Jahreszins als Dezimalzahl, t die Laufzeit in Jahren. Der letzte Faktor gilt bei Einzahlung zu Monatsbeginn.
Werden monatliche Sparraten wirklich verzinst?
Ja – jede Rate wird ab dem Tag ihrer Einzahlung mitverzinst, frühe Raten am längsten. Die erste 200-€-Rate wächst bei 7 % in 30 Jahren auf 1.623,30 €. Die Behauptung, Monatsraten würden nicht verzinst, ist falsch.
Was werden aus 200 € monatlich bei 7 % nach 30 Jahren?
245.417,50 € bei Einzahlung zu Monatsbeginn – aus 72.000 € Einzahlung werden 173.417,50 € Zinsgewinn. Nach 10 Jahren sind es 34.818,89 €, nach 20 Jahren 104.793,08 €.
Zählt die Einzahlung zu Monatsbeginn oder Monatsende?
In unserem Zinseszins-Rechner zu Monatsbeginn: Jede Rate wird sofort im Einzahlungsmonat verzinst. Das entspricht der vorschüssigen Sparplan-Formel mit dem Faktor (1 + r/12).
Was ist der Unterschied zu einfachen Zinsen?
Einfache Zinsen werden nur auf das Anfangskapital gerechnet, Zinseszinsen auch auf bereits gutgeschriebene Zinsen. Beispiel: 5.000 € zu 4,5 % über 6 Jahre ergeben mit Zinseszins 6.511,30 €, linear nur 6.350 €.
Ist das eine Anlageempfehlung?
Nein. Der Rechner führt eine rein mathematische Berechnung mit konstantem Nominalzins durch – ohne Inflation, Steuern und Gebühren. Er ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.
Was bringt monatliche statt jährliche Einzahlung?
Bei 200 € monatlich (7 %, 30 Jahre) sind es 245.417,50 € – bei 2.400 € jährlich zu Jahresbeginn 242.575,30 €. Die monatliche Einzahlung bringt 2.842,20 € mehr, weil jede Rate früher verzinst wird.
Verzinst der Rechner auch die einzelnen Raten mit Zinseszins?
Ja: Er simuliert Monat für Monat – Einzahlung zu Monatsbeginn, dann Verzinsung des gesamten Saldos. So entsteht der Zinseszins automatisch, auch auf die Raten.