50 % + 20 % Rabatt sind nicht 70 %: gestaffelte Rabatte richtig berechnen

Zwei Rabatte hintereinander werden multipliziert, nicht addiert: 50 % und danach 20 % ergeben 60 % Gesamtrabatt – nicht 70 %. Eine Jacke für 100 € kostet dann 40 € statt 30 €. So rechnest du gestaffelte Rabatte richtig – vorwärts und rückwärts.

Beispiel: 20 Prozent Rabatt auf 150 Euro – so berechnest du den Endpreis

Das Jacken-Beispiel: 100 € → 50 € → 40 €

„Nochmals 20 % auf bereits reduzierte Ware“ – der zweite Rabatt bezieht sich auf den bereits reduzierten Preis, nicht auf den Originalpreis:

  • 100 € − 50 % Rabatt: 100 € × 0,50 = 50 €
  • 50 € − 20 % Rabatt: 50 € × 0,80 = 40 €

Endpreis: 40 €. Gespart: 60 € – das sind 60 %, nicht 70 %. Die Gesamtformel: 100 € × 0,5 × 0,8 = 40 €. Wer 70 % abzieht, rechnet 100 € × 0,3 = 30 € und verschenkt gedanklich 10 €.

Warum Addieren falsch ist – die Gutschein-Falle

Derselbe Fehler steckt in der Forenfrage „2.400 € − 6 % und dann − 2 % Skonto, oder einfach − 8 %?“:

  • Richtig (schrittweise): 2.400 € × 0,94 × 0,98 = 2.210,88 €
  • Falsch (addiert): 2.400 € × 0,92 = 2.208 €

Und bei Gutschein-Codes im Online-Shop: 30 % Sale plus 20 % Code auf 150 € sind nicht 50 %, sondern 150 € × 0,7 × 0,8 = 84 € Endpreis – also 66 € bzw. 44 % gespart. Faustregel: Jeder Nachlass bezieht sich auf den jeweils neuen, bereits reduzierten Preis.

Rückwärts rechnen: vom Endpreis zum Originalpreis

Besonders nützlich, wenn du prüfen willst, ob „70 % gespart“ wirklich stimmt: Rechne vom Endpreis rückwärts, indem du durch dieselben Faktoren teilst – in umgekehrter Reihenfolge.

Beispiel: 40 € Endpreis nach 50 % und 20 % Rabatt. War der Originalpreis wirklich 100 €? 40 € ÷ 0,8 ÷ 0,5 = 100 € – stimmt. Kontrolle: 100 € × 0,5 × 0,8 = 40 €. Diese Rückwärtsrechnung entlarvt jede übertriebene „Spar“-Behauptung in Sekunden.

Verwandt: die Reihenfolge von Rabatt und Skonto

Bei reinen Prozentsätzen ist übrigens auch die Reihenfolge egal: Erst 10 % Rabatt, dann 2 % Skonto ergeben dasselbe wie umgekehrt (1.000 € → 882 €) – die Multiplikation ist kommutativ. Anders wird es erst bei Euro-Beträgen wie Gutscheinen. Details dazu im Artikel „Rabatt und Skonto: erst 10 %, dann 2 % – oder umgekehrt?“.

Die „Bis zu 70 %“-Werbung durchschauen

Händler werben gern mit der addierten Zahl, weil sie größer klingt: „25 % + 10 % – bis zu 35 % sparen!“ Richtig gerechnet sind es 100 € × 0,75 × 0,9 = 67,50 € Endpreis – also 32,50 € bzw. 32,5 % gespart, nicht 35 %.

Drei Prüfschritte gegen Rabatt-Tricks:

  • Referenzpreis prüfen: „War 100 €, jetzt 40 €“ zählt nur, wenn die 100 € jemals der echte Verkaufspreis waren. Vergleiche den Preisverlauf der letzten Wochen.
  • Selbst nachrechnen: Zweiten Rabatt immer vom reduzierten Preis abziehen – im Kopf geht das mit der Multiplikation (0,5 × 0,8 = 0,4 Rest = 60 % gespart).
  • Endpreis vergleichen: Entscheidend ist nie die Prozentzahl, sondern was du am Ende zahlst – verglichen mit dem Marktpreis, nicht mit der UVP.

Ein Rabatt spart übrigens nur dann Geld, wenn du den Artikel ohnehin gebraucht hättest – 60 % auf etwas Überflüssiges sind immer noch 40 % zu viel ausgegeben.

Gestaffelte Rabatte prüfen
Zwei Rabatte hintereinander eingeben und sofort sehen, was wirklich übrig bleibt – mit Rechenweg.

Zum Rabatt-Rechner

Kurzfazit: Gestaffelte Rabatte werden multipliziert, nicht addiert – 50 % plus 20 % sind 60 %, nicht 70 %. Wer das verinnerlicht, durchschaut jede Sale-Werbung, prüft jeden Endpreis per Rückwärtsrechnung in Sekunden und fällt auf keine aufgeblähten „Bis zu“-Versprechen mehr herein. Der gesamte Trick passt in eine einzige Zeile: 100 € × 0,5 × 0,8 = 40 €. Zwei Multiplikationen schlagen jede Werbeaussage.

Häufige Fragen

Sind 50 % + 20 % Rabatt wirklich 70 %?

Nein, es sind 60 %: 100 € × 0,5 × 0,8 = 40 € Endpreis, also 60 € bzw. 60 % gespart. Aufeinanderfolgende Rabatte werden multipliziert, nicht addiert.

Wie rechne ich zwei Rabatte hintereinander?

Schrittweise multiplizieren: Originalpreis × (1 − Rabatt 1) × (1 − Rabatt 2). Beispiel: 150 € × 0,7 × 0,8 = 84 € bei 30 % Sale plus 20 % Code.

Wie komme ich vom Endpreis zurück zum Originalpreis?

Teile durch dieselben Faktoren in umgekehrter Reihenfolge: 40 € ÷ 0,8 ÷ 0,5 = 100 € Originalpreis. So prüfst du jede „Spar“-Behauptung.

Gilt das auch für Gutschein-Codes im Online-Shop?

Ja: 30 % Sale plus 20 % Code auf 150 € ergeben 84 € Endpreis (44 % gespart), nicht 75 €. Der Code bezieht sich auf den bereits reduzierten Preis.

Was hat das mit Skonto zu tun?

Skonto ist ebenfalls ein prozentualer Nachlass und folgt derselben Logik: Erst 10 % Rabatt, dann 2 % Skonto ergeben 882 € aus 1.000 € – in beiden Reihenfolgen. Mehr dazu im Artikel über die Rabatt-Skonto-Reihenfolge.

Warum werben Händler mit der addierten Zahl?

Weil sie größer klingt: „25 % + 10 % = 35 %“ verkauft sich besser als die korrekten 32,5 %. Rechne deshalb immer selbst nach – der Endpreis verrät die Wahrheit.

Wie prüfe ich ein Sale-Schild schnell im Kopf?

Multipliziere die Reste: Bei 50 % + 20 % rechnest du 0,5 × 0,8 = 0,4 – also 40 % Rest bzw. 60 % gespart. Zwei Multiplikationen schlagen jede Werbeaussage.

LS
Lukas SchneiderAutor für Mathematik und praktische Finanzberechnungen

Prüft jede Formel und jeden Rechner mit Referenzwerten – und erklärt Mathe so, dass sie auch ohne mathematischen Hintergrund verständlich bleibt.

Mehr über den Autor

Schreibe einen Kommentar